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Vorfreude auf das Geschwisterchen

Geschwister können für Kinder eine große Bereicherung sein. Sie sind Verbündete, Freunde fürs Leben und Konfliktpartner, die dabei helfen, soziale Kompetenzen zu entwickeln und sich im Leben zu behaupten. Die meisten Kinder profitieren davon, Geschwister an ihrer Seite zu haben und gemeinsam mit ihnen aufzuwachsen. Auch wenn die Beziehung zwischen Geschwistern nicht immer konfliktlos ist und sich nicht immer die tief empfundene und immerwährende Verbundenheit entwickelt, die Eltern sich für ihre Kinder wünschen, können Brüder und Schwestern für die kindliche Entwicklung sehr wertvoll sein.

Wie gut sich Geschwister verstehen, hängt unter anderem auch davon ab, unter welchen Vorzeichen sie sich kennenlernen und wie sie zusammenleben. Eltern können die Beziehung zwischen Geschwistern von Anfang an positiv prägen, indem sie kein Konkurrenzverhalten fördern, sondern ein freundschaftliches Miteinander. Die positive Einstellung gegenüber dem Geschwisterchen kann schon während der Schwangerschaft aufgebaut werden. Vor allem Erstgeborenen, die mit dem Einzug des ersten Geschwisterkindes ihren Status als einziges Kind verlieren, können sich manchmal schwertun, wenn da plötzlich noch jemand ist, der die Liebe und Aufmerksamkeit von Mama und Papa einfordert. Es gibt viele wunderschöne Rituale, die das große Geschwisterkind auf die Ankunft des neuen Familienmitgliedes vorbereiten und ein zartes Band knüpfen, das von Vorfreude, Geschwisterstolz und liebevoller Erwartung geprägt ist.


Geschwisterchen
(Bild-Quelle: @ 1041483 (CCO-Lizenz)- pixabay.com)

Ein Willkommensgeschenk für Brüderchen oder Schwesterchen

Ein sehr schönes Ritual, mit dem sich Vorfreude und positive Erwartung aufbauen lassen, ist ein Willkommensgeschenk von der großen Schwester oder dem großen Bruder für das kommende Geschwisterchen. Eltern oder auch Großeltern können gemeinsam mit Geschwisterkindern überlegen, womit sie den neuen Erdenbürger in der Familie willkommen heißen könnten. Vielleicht ist ein Kuscheltier oder ein Schmusetuch eine schöne Idee, weil es Nähe und Geborgenheit schenken kann.

Eine bleibende Erinnerung an das erste zarte Band zwischen Geschwistern lässt sich auch schaffen, wenn als Willkommensgeschenk zum Beispiel das erste eigene Outfit des Babys ausgewählt wird. Größere Geschwister könnten bei ihrem ersten Besuch im Krankenhaus einen Strampler mit persönlicher Widmung mitbringen, in dem das Baby kuschelig warm eingepackt seine Reise ins neue Zuhause antreten kann. Dieses Geschenk sagt aus: „Willkommen bei uns. Wir freuen uns darauf, dich mit nach Hause nehmen zu dürfen.“

Auch ein erstes Spielzeug oder eine Spieluhr eignen sich sehr gut als Begrüßungsgeschenk für das kleine Geschwisterchen. Allerdings können Neugeborene mit Spielzeug in den ersten Tagen und Wochen meist noch nicht viel anfangen. Da könnten die Großen schon ein wenig enttäuscht sein, wenn ihr Geschenk nicht gleich gewürdigt wird. Etwas Kuscheliges oder ein Kleidungsstück kann meist sofort zum Einsatz kommen und Bruder oder Schwester schon bei der ersten Begegnung stolz machen.

Ein Willkommensgeschenk ist übrigens auch umgekehrt eine schöne Geste. Auch wenn Mama und Papa natürlich etwas nachhelfen müssen, kann es für einen sehr positiven Start sorgen, wenn das neue Familienmitglied ein kleines Geschenk für seine großen Geschwister im Gepäck hat. Dabei geht es eher um die Geste und nicht um einen großen materiellen Wert. Ein Freundschaftsarmband birgt eine schöne Symbolik und kann schon vom ersten Augenblick an ein Band zwischen den Geschwistern knüpfen.

Vielleicht hegt der große Bruder oder die große Schwester auch schon länger einen kleinen Wunsch. Es kann viel positive Energie schaffen, wenn dieser Wunsch von dem neuen Familienmitglied erfüllt wird. Ein solches Willkommensgeschenk sollte sich natürlich im Rahmen halten. Es kommt auf den Symbolcharakter an, nicht auf große Erwartungen oder Geld.

Die Großen an den Vorbereitungen beteiligen

Auch wenn ein Teil der Babyausstattung vielleicht schon vorhanden ist, gibt es mit jedem neuen Kind wieder Vorbereitungen, die bis zur Geburt erledigt werden möchten. Das ist eine großartige Gelegenheit, um die Großen in die Gestaltung des Alltags mit Baby miteinzubeziehen. Geschwisterkinder können zum Beispiel dabei helfen, die vorhandene Babyausstattung zu sortieren und eine Bestandsaufnahme zu machen. Es kann zu einem tollen Abenteuer werden, wenn Kisten und Kartons aus dem Keller oder vom Speicher hervorgezaubert werden, in denen sich all die süßen Kleidungsstücke, Spielsachen und Utensilien befinden, die für die Geburt des ersten Kindes angeschafft wurden und jetzt noch einmal weiterverwendet werden können.

Zu einem besonders schönen Erlebnis werden solche Vorarbeiten, wenn Mama und Papa sich richtig Zeit nehmen und dem Geschwisterkind vielleicht Geschichten von der Schwangerschaft, der Geburt und aus seinen ersten Lebensmonaten erzählen. So bekommt das größere Kind einen direkteren Bezug zum Baby und den Veränderungen, die mit dem Familienzuwachs im Alltag Einzug halten werden. Durch eine liebevolle Schilderung der ersten zauberhaften Zeit mit den Großen bekommen sie auch noch einmal ein Gefühl für ihre eigene Bedeutung innerhalb der Familie und können spüren, dass das Geschwisterchen ihnen ihren Platz nicht streitig machen wird.

Wenn es möglich ist, sollten Geschwisterkinder auch in die Gestaltung des Babyzimmers oder des eigenen Plätzchens für das Baby miteinbezogen werden. Welche Farben sollen hier vorherrschen? Wo soll das Babybettchen stehen? Soll für das Baby vielleicht eine süße Kuscheldecke ausgesucht werden? Größere Geschwisterkinder können vielleicht auch schon beim Tapezieren oder Streichen helfen. Das macht stolz und gibt ihnen das Gefühl, als große Schwester oder großer Bruder schon einen wichtigen Platz in Leben des Babys einzunehmen.

Gemeinsam fühlen, träumen, hoffen

Kinder sind sehr emotionale Wesen. Sie denken nicht so rational wie Erwachsene und lassen sich vor allem von Gefühlen und erfühlten Erfahrungen leiten. Die beste Vorbereitung auf ein Geschwisterkind besteht deshalb darin, die Großen von Anfang an intensiv mitfühlen zu lassen. Eltern können zum Beispiel mit ihren Kindern darüber sprechen, was sie selbst empfinden, worauf sie sich freuen, wovor sie vielleicht auch ein wenig Angst haben und wie sie sich die gemeinsame Zukunft als Familie vorstellen. Es gibt viele liebevoll illustrierte Bilderbücher, die sehr einfühlsam erklären, was gerade in Mamas Bauch vor sich geht und welche Rolle die großen Geschwister in dieser besonderen Zeit spielen.

Auch Kinder sollten während der Zeit des Wartens und der Vorfreude genug Raum bekommen, um ihre Erwartungen und Ängste zum Ausdruck zu bringen. Eltern können viele positive Voraussetzungen schaffen, wenn sie die Bedenken ihrer Kinder bezüglich der neuen Familienstrukturen ernst nehmen und ihnen vor allem zu jedem Zeitpunkt versichern, dass sie die Liebe von Mama und Papa nicht teilen müssen, sondern dass das neue Baby das vorhandene Maß an Zuneigung vergrößern wird, damit immer genug für alle da ist.

Je nach Alter des Kindes kann es auch spannend sein, vielleicht bei einer Vorsorgeuntersuchung dabei zu sein und das kleine Herzchen des Babys auf dem Monitor schlagen zu sehen. So bekommt eine abstrakte Vorstellung buchstäblich Hand und Fuß. Und richtig spannend wird es, wenn das Baby schon so groß geworden ist, dass sich auch von außen die ersten Bewegungen erspüren lassen. Dann ist die Zeit gekommen, um ganz intensiv mit dem neuen Familienmitglied in Kontakt zu treten, es zu fühlen und ihm über liebevolle Streicheleinheiten oder Gesang zu zeigen, dass es bereits voller Vorfreude erwartet wird.

 

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Wie aufregend! Bald bekommt Bobo ein Geschwisterchen! Bevor es so weit ist, muss Bobo aber noch einiges erledigen: zum Beispiel mit Mama zur Ärztin gehen oder mit Papa das neue Babybett aufbauen – und es gleich mal ausprobieren! Als Mama und Papa ins Krankenhaus fahren, wartet Opa mit Bobo, bis sie das Geschwisterchen endlich besuchen dürfen. Noch schöner aber wird es, als Mama und die kleine Bibi endlich nach Hause kommen.


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